BDO International Business Compass

Index internationaler Standorte für den Mittelstand

Gewichtung und Aggregation

Die drei Dimensionen Wirtschaft, Politik und Soziales enthalten unterschiedlich viele Indikatoren. Während acht Indikatoren in die Dimension Wirtschaft einfließen, werden in den beiden anderen Dimensionen jeweils sechs Indikatoren berücksichtigt. In jeder Dimension wurden die verschiedenen Indikatoren zunächst gleichgewichtet per arithmetisches Mittel zu einem Säulenwert aggregiert. Das arithmetische Mittel ist an diesem Punkt gegenüber dem geometrischen Mittel zu bevorzugen, da beim geometrischen Mittel zeitliche Veränderungen in einzelnen Indikatorwerten zu starken Einfluss auf das Ranking nehmen würden. Aus den erhaltenen drei Säulenwerten wird anschließend per Durchschnittsbildung der Wert des Gesamtindex bestimmt. Hier kommt nun das gleichgewichtete geometrische Mittel zum Einsatz. Dieses hat hier den Vorteil, dass anders als beim arithmetischen Mittel der Berechnung nicht die Annahme einer vollkommenen Substituierbarkeit der Einzelwerte zugrunde liegt. Einzelne schlechte Werte können damit nicht ohne weiteres durch einzelne gute Werte in anderen Bereichen ausgeglichen werden. In Bezug auf die Teilsäulen des IBC macht die Annahme einer nur beschränkten Substituierbarkeit intuitiv Sinn, da es sich um inhaltlich verschiedene Dimensionen handelt, die sich im Hinblick auf die Standortqualität gegenseitig ergänzen. So hilft es einem Land wenig, in ökonomischer Perspektive eine exzellente Infrastruktur und niedrige Steuersätze aufzuweisen, wenn gleichzeitig in politisch-rechtlicher Perspektive große Unsicherheiten in Folge politischer Instabilität und mangelnder Rechtssicherheit herrschen. Nach unserem Verfahren muss ein Land damit in allen drei Säulen ausreichend hohe Werte erzielen, um auf eine gute Platzierung im Ranking des Gesamtindex zu kommen.

Da die Indikatoren der Teilindizes Absatz und Produktion sich nicht eindeutig in verschiedene Säulen unterteilen lassen, wurde hier in der Berechnung von vorneherein das gleichgewichtete geometrische Mittel eingesetzt. Denn auch hinsichtlich der für die Wahl eines Absatzmarktes oder Produktionsstandortes maßgeblichen Faktoren ist die Annahme einer beschränkten Substituierbarkeit sinnvoll. Jeder der einbezogenen Indikatoren kann im Zweifelsfall ein K.O.-Kriterium für einen Standort darstellen. So kann Handelsprotektionismus die Attraktivität eines Landes als Absatzmarkt auch dann schwer beschädigen, wenn andere Faktoren wie Nachfragepotential und lokale Infrastruktur an sich vielversprechend sind. Indem wir über das gleichgewichtete geometrische Mittel die Einzelindikatoren zum Wert des Teilindex zusammensetzen, wird so einem Bedarf an Ausgeglichenheit in den Standortfaktoren von uns Rechnung getragen.