BDO International Business Compass

Index internationaler Standorte für den Mittelstand

Normalisierung

Die Indikatoren, die in die drei Dimensionen beziehungsweise zwei Teilindizes einfließen, sind unterschiedlich skaliert. Bevor die Daten aggregiert werden konnten, mussten die verschiedenen Skalen zunächst vergleichbar gemacht werden. Dazu wurden alle Indikatoren auf eine Skala von 0 bis 100 normiert, um eine vergleichbare Größeneinheit zu haben. Vom beobachteten Wert des Indikators für ein Land x wurde der Minimalwert dieses Indikators aller Länder subtrahiert, durch die Differenz von Maximal- und Minimalwert dieses Indikators aller Länder dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Je näher der Wert an 100 ist, desto positiver schneidet das Land hinsichtlich dieses Indikators ab.[1]

Die Verteilung des Indikators Marktpotenzial ist durch die extrem hohen Werte für Singapur, Taiwan und die Vereinigten Arabischen Emirate sehr schief. Auch wenn sich diese schiefe Verteilung auf die normalisierten Werte überträgt, mit einer deutlichen Häufung nahe Null, hat das keine weiteren Auswirkungen auf die Rangfolge der Länder. Zur Probe wurden die Werte für diese drei Länder auf 100 gesetzt und die übrigen Werte mit dem üblichen Verfahren auf Werte zwischen 0 und 100 normalisiert. Im Ergebnis waren die Werte des Index etwas höher; als logische Konsequenz aus dem größeren Wert des Indikators Marktpotenzial. Da die Veränderungen aber relativ klein waren und die Rangfolge unverändert bestehen blieb, schien eine Anpassung dieser Werte ad hoc überflüssig.[2]

Das vollständige Ländersample ist sehr heterogen, weil es Industrieländer, Schwellenländer und Entwicklungsländer umfasst. Um besonders das Potenzial von möglicherweise weniger beachteten Ländern aufzuzeigen, wurde ein zweites Normalisierungsverfahren gewählt, welches dazu geeignet ist, über- beziehungsweise unterdurchschnittliches Verhalten herauszustellen. Folglich wurden die Indikatoren, die in die Subindizes Absatzmarkt und Produktionsstandort eingehen, über die Berechnung der Distanz zu einem Referenzpunkt noch ein zweites Mal normiert. Die zweite Normalisierung ermittelt für das gesamte Ländersample die relative Position eines Landes in der Referenzgruppe. In diesem Fall wurden die Länder in die zwei Obergruppen OECD-Mitgliedsländer und Nicht-OECD-Mitgliedsländer unterteilt. In der ersten Gruppe wurde der beobachtete Indikatorwert ins Verhältnis zu dem Durchschnitt der OECD-Länder dieses Indikators gesetzt. In der zweiten Gruppe wurde jeweils der beobachtete Wert eines Indikators ins Verhältnis zu dem durchschnittlich beobachteten Wert des entsprechenden Kontinents gesetzt. Ein Wert größer als 1 signalisiert dabei überdurchschnittliches, ein Wert kleiner als 1 unterdurchschnittliches Abschneiden des Landes hinsichtlich dieses Indikators. Somit signalisiert dieser Wert das relative Abschneiden eines OECD-Landes in Bezug auf alle anderen OECD-Länder, unabhängig vom Kontinent. Bei einem Nicht-OECD-Land spiegelt der Wert das relative Abschneiden hinsichtlich anderer Nicht-OECD-Länder desselben Kontinents wider.[3]



1 Bei einigen Indikatoren spiegelt ein hoher Wert des noch nicht normalisierten Indikators eine schlechtere relative Performance wider; es gilt also die entgegensetzte Logik. Im Fall von Bruttostaatsverschuldung, Inflationsrate, Gesamtsteuerlast, Lohnkosten und Arbeitslosenrate wurde deswegen vom beobachteten Wert des Indikators für ein Land x der Maximalwert dieses Indikators aller Länder subtrahiert, durch die Differenz von Minimal- und Maximalwert dieses Indikators aller Länder dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert. So wurde sichergestellt, dass auch bei diesen Indikatoren nach der Normalisierung ein höherer Wert ein positives Abschneiden des Landes reflektiert.

2 Nach der Normalisierung auf Werte zwischen 0 und 100 wurde das Minimum von Null mit dem Wert 10-10 ersetzt, um im nächsten Schritt die Berechnung des geometrischen Mittels zu ermöglichen Anders als beim arithmetischen Mittel, werden beim geometrischen Mittel die Werte unter anderem multipliziert. Ist mindestens ein Wert Null, wird das gesamte Produkt Null. Der genaue Wert ist dabei unerheblich, weil es in erster Linie darum geht, den Wert Null durch einen Wert zu ersetzen, der zwar näherungsweise gleich Null, aber tatsächlich ungleich Null ist. Zusätzliche Tests haben gezeigt, dass ein etwas größerer (10-8) oder kleiner (10-12) Wert keine Auswirkungen auf die Berechnung des Index beziehungsweise der Subindizes hat.

3 Die Indikatoren Politische Stabilität, Regulatorische Qualität, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionskontrolle werden auf einer Skala von etwa -2.5 bis etwa +2.5 gemessen. Um Verzerrungen bei der Distanzberechnung zu vermeiden, wurden diese Werte zunächst in eine Skala mit ausschließlich positiven Werten umgerechnet.