BDO International Business Compass

Index internationaler Standorte für den Mittelstand

Ergänzung fehlender Daten

Um einen Index berechnen zu können, ist eine notwendige Voraussetzung, dass alle Lücken im Datensatz geschlossen werden. Trotz sorgfältiger Recherche und Hinzuziehen verschiedener Quellen mussten jedoch wenige Beobachtungen für einzelne Indikatoren imputiert werden, fehlende Daten also nachträglich durch statistische Verfahren ergänzt werden.

Im ersten Fall lag die Arbeitslosenrate nicht lückenlos für alle Länder des Datensatzes vor. Deswegen mussten die fehlenden Werte per Regression für Burundi, Tschad, Komoren, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Mosambik, Ruanda, Salomonen und Togo ermittelt werden. Dazu wurde die Beschäftigungsrate der männlichen Bevölkerung eines Landes als erklärende Variable hinzugezogen. Die männliche Beschäftigungsrate korreliert negativ mit der Arbeitslosenrate eines Landes.[1] Hierbei wurde bewusst nur der männliche Teil der Beschäftigten einbezogen, um verzerrende Faktoren wie zum Beispiel Beschränkung oder Verbot der Berufstätigkeit von Frauen aus religiösen Gründen auszuschließen. Zusätzlich kontrollieren Dummy-Variablen die verschiedenen Regionen.

In den übrigen Fällen, bei denen Lücken in den Daten auftraten, wurden die fehlenden Werte durch den Durchschnittswert der Variable für die jeweilige Region ersetzt.[2] Für die Variable Bevölkerungswachstum wurden die Werte für Taiwan und Simbabwe ergänzt. Bei der Investitionsrate wurden Daten für den Irak, Laos, Liberia und Samoa ergänzt. Für die Variable Öffentliche Verschuldung wurden Werte für Afghanistan, Algerien, Kosovo, Samoa, Timor-Leste und Vanuatu ermittelt. Für die Variable Pro-Kopf-ADI-Zuflüsse wurde der Wert für Taiwan durch den regionalen Durchschnitt ergänzt. Die Pro-Kopf-Haushaltsausgaben von Afghanistan, Bhutan, Bosnien und Herzegowina, Irak, Kosovo, Liberia, Myanmar, Nigeria, Samoa, Sao Tome und Príncipe, Sri Lanka, Taiwan und Vereinigte Arabische Emirate wurden durch den jeweiligen Durchschnittswert ergänzt. Gesundheit und Bildung wurden für Kosovo und Taiwan auf diese Weise ergänzt. Für Geschäfts-, Handels-, Investitions- und Arbeitsfreiheit mussten die Daten für Afghanistan, Brunei Darussalam, Irak, Kosovo und Sudan durch die Durchschnittsdaten hinzugefügt werden. Hinsichtlich der Infrastruktur wurden Daten für Barbados, Weißrussland, Belize, Brunei Darussalam, Burundi, Kapverden, Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, Kosovo, Lesotho, Malawi, Mauretanien, Marokko, Samoa, Sao Tome und Príncipe, St. Lucia, Surinam, Swasiland, Taiwan, Timor-Leste, Trinidad und Tobago, Vanuatu und Simbabwe ergänzt. Bei der Variable Gesamtsteuerlast wurden die Beobachtungen für Barbados, Libyen, Malta, Myanmar, Turkmenistan und Taiwan ergänzt. Die Daten der Variable Marktpotenzial lagen nur bis einschließlich 2003 vor. Die fehlenden Werte bis 2010 wurden interpoliert. Dazu wurden die Daten zunächst logarithmiert, dann fortgeschrieben und zum Schluss potenziert. Dadurch wurde sichergestellt, dass die interpolierten Werte ausschließlich positiv sind. Anschließend mussten noch die fehlenden Werte für Kosovo, Montenegro und Timor-Leste durch den Durchschnittswert der Region ersetzt werden.[3]



1 Spearmans Rangkorrelationskoeffizient = -0.4137.

2 Die Substitution durch das Lagemaß des arithmetischen Mittels ist ein häufig verwendetes Verfahren der singulären Imputation. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass das Auffüllen fehlender Werte mit dem Durchschnittswert des Samples oder eines Subsamples zu einer Verzerrung im Indikator führt und die Varianz systematisch unterschätzt wird (Vgl. OECD (2008), 56). Die Varianz wird unterschätzt, weil die Streuung der Variable durch das Einsetzen zentraler Werte, hier der Mittelwert, reduziert wird.

3 Im Anhang F sind drei beispielhafte Verläufe des Marktpotenzials über die Zeit illustriert. Abbildung 18 zeigt den typischen Verlauf für die Länder Belgien, Hongkong, Philippinen, Thailand, Uganda und die Vereinigten Staaten. In diesen Fällen folgt das logarithmierte Marktpotenzial näherungsweise einem linearen Trend. Abbildung 19 illustriert die Prognose für die Staaten Angola, Argentinien, Rumänien, Sao Tome und Príncipe, Südafrika und Simbabwe. In diesen Fällen sind stärkere Schwankungen über die Zeit zu beobachten. Abbildung 20 zeigt beispielhaft Länder, deren Marktpotenzial starken Schwankungen unterlag in den verfügbaren Jahren der Zeitreihe. Im Fall des Irak hängen die Schwankungen mit dem ersten und zweiten Golfkrieg zusammen. Der Irakkrieg wiederum ist nur im Wert von 2003 enthalte; die restlichen Werte sind die prognostizierten Werte. Russland und Usbekistan sind zwei frühere Ost-block-Staaten, für die nur Werte ab Anfang der 1990er Jahre vorliegen. Der Jemen ist immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen gewesen in der Vergangenheit, was ebenfalls erhebliche Schwankungen verursachte.