BDO International Business Compass

Index internationaler Standorte für den Mittelstand

Säule 3: Soziokulturelle Rahmenbedingungen

Die kulturellen und sozialen Gegebenheiten eines Landes werden über die soziokulturellen Rahmenbedingungen abgebildet. Das Bevölkerungswachstum ist ein Indikator für die Wachstumsdynamik der Bevölkerung zwischen 2005 und 2010. Die jährliche Wachstumsrate wird aus der n-ten Wurzel der Gesamtwachstumsrate berechnet, wobei die Anzahl der Jahre in der betrachteten Periode repräsentiert. Je stärker eine Bevölkerung wächst, desto mehr potenzielle Arbeitskräfte beziehungsweise Konsumenten gibt es. Die Arbeitslosenrate bildet den Anteil der Arbeitssuchenden im Verhältnis zu allen Arbeitskräften ab und dient als Indikator für die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Je geringer die Arbeitslosenrate, desto stabiler ist der Arbeitsmarkt. Die Pro-Kopf-Konsumausgaben messen die durchschnittlichen Konsumausgaben der privaten Haushalte pro Kopf und dienen als Indikator für die Einkommenssituation der Privathaushalte. Konsumausgaben privater Haushalte entsprechen dem Marktwerkt aller von den Haushalten gekauften Güter und Dienstleistungen, inklusive langlebiger Güter wie Waschmaschinen oder Pkw. Je höher diese privaten Konsumausgaben sind, desto größer ist die potenzielle Kaufkraft privater Konsumenten. Gesundheit ist eine Maßzahl für die gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung. Der Indikator misst die Lebenserwartung bei Geburt als ein Index mit einem Minimalwert von 20 Jahren und dem beobachteten Maximalwert zwischen 1980 und 2010.[1] Je höher die Maßzahl, desto besser ist das Gesundheitsniveau der betreffenden Bevölkerung. Bildung ist ein Index aus der durchschnittlichen schulischen Ausbildungszeit von Erwachsenen und der erwarteten schulischen Ausbildungszeit von Kindern.[2] Der Indikator misst das Bildungsniveau der Bevölkerung. Je höher die Maßzahl ist, desto höher ist das durchschnittliche schulische Bildungsniveau. Die Arbeitsfreiheit bildet die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes eines Landes ab und dient als Maßzahl für die Beschränkungen des Arbeitsmarktes.[3] Je größer die Freiheiten auf dem Arbeitsmarkt, desto leichter können Arbeitnehmer eingestellt beziehungsweise im Bedarfsfall auch wieder entlassen werden.



1 Vgl. Klugman et al. (2011), 15.

2 Vgl. Klugman et al. (2011), 15. Die verfügbare Evidenz erlaubt die Schlussfolgerung, dass das langfristige Minimum jeder Gesellschaft etwa bei zwanzig Jahren liegt (vgl. Riley (2001), 33).

3 Vgl. Miller et al. (2012), 459-460.